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Bevor du deinem Kind ein Smartphone kaufst…


Unsere Welt hat sich definitiv verändert seid dem die moderne Kommunikationstechnologie zum Alltag wurde. Es ist heute „normal“, dass man über Medien wie Facebook, WhatsApp oder iMessage miteinander kommuniziert. An den heutigen Schulen werden diese Medien zum Teil schon vorausgesetzt und sind nicht mehr wegzudenken. Als christliche Eltern wollen wir uns natürlich trotzdem gründlich überlegen, ob und wann wir unseren Kindern den Zugang zu diesen Medien gewähren sollten.

Bitte versteht das jetzt nicht falsch. Ich bin jemand der selber ein Smartphone besitzt und auch sehr intensiv nutzt. Ich benutze es für meine Arbeit als Pastor um im Kontakt mit meinen Mitarbeitern und Mitgliedern aus der Gemeinde zu bleiben. Ich bin der Überzeugung, dass man in meinem Beruf sogar ein solches Gerät braucht. Ein großer Teil des heutigen Lebens, vor allem der Generation der jungen Erwachsenen, spielt sich über diese Medien ab. Ich verwende es täglich um meine E-mails zu checken wenn ich unterwegs bin, oder über WhatsApp erreichbar zu sein wenn sich Jugendliche mit Fragen an mich wenden wollen. Es dient mir als Kalender, Aufgabenliste, Organizer und vieles mehr. Es ist ein sehr praktisches und nicht mehr wegzudenkendes Werkzeug geworden für mich. Dennoch, wenn es darum geht meinen Kindern ein solches Gerät zu kaufen, bin ich viel kritischer. Deshalb, lieber Leser, möchte ich dir folgende Fragen ans Herz legen um zu prüfen, ob es wirklich weise ist deinem Kind ein solches Gerät zu kaufen. 

Was lege ich meinem Kind in die Hand?
Bin ich mir bewusst was ich da tue? Das Smartphone ist das Tor zu einem Universum voller Gefahren, Versuchungen und Torheiten die dem Kind sonst niemals so ohne Weiteres zugänglich wären. Der unkontrollierte Zugang zum Internet, Youtube, Vimeo und anderen solchen Seiten ist äusserst gefährlich. Es erfordert eine hohe Eigenverantwortung damit weise umzugehen. Selbst viele Erwachsene und reife Christen haben in diesem Bereich harte Kämpfe. Will ich mein Kind oder meinen Jugendlichen dieser enormen Versuchung aussetzen? Die Bibel zeigt uns deutlich was das Hauptproblem eines jungen Menschen ist: Ihm fehlt es an Weisheit! Weisheit ist im hebräischen Denken die Fähigkeit Wissen über Gott richtig anzuwenden, so dass es zu einem gerechten und untadeligen Lebensstil führt (Sprüche 4,5). Der junge Mensch ist aber leider noch „unverständig“ und „uneinsichtig“ und muss diese Weisheit erst einmal erlernen (Sprüche 1,4). Er wird als „einfältig“ bezeichnet, was im hebräischen so viel wie „naiv“ bedeutet (Sprüche 9,4). Er wird sogar als „töricht“ porträtiert (Sprüche 22,15). Einem solchen unreifen und unerfahrenen Menschen ein solches Gerät in die Hände zu geben ist daher nicht ratsam. Wir lassen unsere Kinder auch nicht mit Kreissägen spielen. 

„Braucht“ das Kind das Gerät wirklich?
In unserer Gesellschaft denkt man heute vieles zu „brauchen“ im Sinne eines Bedürfnisses. In Wirklichkeit ist es aber nur eine Lust etwas neues und „cooles“ zu besitzen. Braucht das Kind das Gerät wirklich um eine bestimmte sinnvolle Tätigkeit damit auszuüben? Ich predige meinen Kindern immer, dass mein iPhone kein „Spielzeug“ sondern ein „Werkzeug“ ist. Wird es damit arbeiten, planen, oder telefonieren oder Texte verschicken um mit Arbeitgeber oder Lehrer zu kommunizieren? Bietet das Smartphone eine gewisse Sicherheit, weil die Eltern dann immer wissen wo sich das Kind oder der Jugendliche aufhaltet? Es kann sicherlich Situationen geben wo der Einsatz eines Smartphones sinnvoll ist. Trotzdem sollte man sich überlegen ob es nicht auch andere Möglichkeiten gibt. Oft tut es auch ein normales „Tasten-handy“. Man kann einen E-mail Account auf dem Computer oder auf dem iPad der Eltern einrichten. Hat man wirklich alle Alternativen durchgespielt? 

Was wird das Kind mit dem Gerät tun?
Als Eltern müssen wir abschätzen wir reif unsere Kinder oder Jugendlichen wirklich sind. Das finden wir heraus indem wir sie in anderen Situationen beobachten in welchen sie plötzlich bestimmte Freiheiten haben. Wie gehen sie damit um? Was tut das Kind wenn ich es alleine lasse? Benimmt es sich immer noch so wie es sollte oder nutzt es die „Freiheit“ aus um dumme Sachen zu machen? Wie benimmt es sich wenn jemand anderes auf mein Kind aufpasst. Wie benimmt sich mein Jugendlicher gegenüber anderen Jugendlichen und Kumpels oder in der Schule? Ist er oder sie da plötzlich eine ganz andere Person als Zuhause? Wenn das so ist, kann man sicher sein, dass das Kind auch im „Cyberspace“ plötzlich eine „andere Person“ sein wird. Ganz nach dem Prinzip Jesu: „Wer im Geringsten treu ist, der ist auch im Großen treu; und wer im Geringsten ungerecht ist, der ist auch im Großen ungerecht“ (Lukas 16,10). Prüfe dein Kind oder deinen Jugendlichen erst einmal mit anderen Situationen. Lass ihn ab und zu einmal allein und übertrage ihm gewisse Verantwortlichkeiten. Achte darauf, ob ihn andere Dinge, wie beispielsweise Spielzeuge oder Digitalkameras, auch leicht von seinen Pflichten Zuhause ablenken. Gib dem Kind ab und zu die Möglichkeit auf deinem iPad oder iPhone zu spielen und schaue wie es sich damit verhält. Kriegst du es dann gar nicht mehr davon weg? Wird es zum Götzen in seinem Herzen, so dass es dann nur noch bettelt immer weiter spielen zu dürfen? Es gibt viele Möglichkeiten zu sehen ob dein Kind reif ist für ein Smartphone bevor es eins besitzt.  

Zu guter Letzt
Denke immer daran, dass dein Kind ein Sünder ist und mit der Neigung alle möglichen Begierden zu haben geboren wurde (Psalm 51,7). Durch sein Umfeld, die Schule oder auch seine Freunde kommen schon genug Versuchungen in sein Leben. Willst du deinem Kind auch noch das Tor zum größten Dschungel der Sünde eröffnen den es auf dieser Welt gibt, dem Internet? Und dies auch noch als portables Gerät in seiner Hand, welches es ganz leicht vor dir verstecken kann wie kein anderes? Ist es wirklich schon bereit dafür? Ist es reif genug? 



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