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Warum ich mir während der Predigt Notizen mache...

Es freut mich als Pastor nichts mehr am Sonntagmorgen, als wenn ich die Geschwister alle mit offenen Bibeln dasitzen sehe. Es freut mich aber umso mehr, wenn sie dann auch noch ihre Notizbücher dabeihaben um sich aufmerksam Notizen zu machen. Im letzten Artikel habe ich mich damit beschäftigt, warum es wichtig ist, dass wir unsere Bibeln in den Gottesdienst mitnehmen. Ein damit eng verbundenes Thema ist auch das Notizen machen während der Predigt. Hin und wieder mal sehe ich Geschwister mit leeren oder halbschläfrigen Blicken während einer Predigt dasitzen und frage mich, wo sie wohl gerade sind. Beim Mittagessen? Im Alltag? Oder wirklich hier im Wort Gottes? Lieber Leser, ich möchte dich heute dazu ermutigen während Predigten, Vorträgen oder auch Hauskreisen unbedingt eigene Notizen zu machen. Ich gebe dir sechs Gründe, warum ich das tue:

1. Ich möchte wach bleiben
Ich verstehe sehr gut, dass man nicht immer voll da sein kann. Wenn die Predigt eine Stunde dauert (wie das bei uns in der Bibelgemeinde der Fall ist), dann kann es passieren, dass man zwischendurch einnickt. Vielleicht haben uns die Kinder in der letzten Nacht wach gehalten oder wir konnten aus einem anderen Grund nicht gut schlafen. Wenn ich mir aber Notizen mache, dann fällt es mir viel leichter während der Predigt wach zu bleiben. 

2. Ich möchte mich besser erinnern können
Man kann einfach nicht alles behalten, was während einer ganzen Stunde gesagt wird. Deshalb mache ich mir Notizen. Ich notiere mir meistens die Hauptpunkte, wichtige Gedanken und auch Anwendungen der Predigt. Manchmal sind es aber auch neue Einsichten über bestimmte Schriftstellen, die ich in der Vergangenheit falsch angewendet habe. Das möchte ich in Zukunft vermeiden, deshalb schreibe ich es mir auf.

3. Ich möchte mehr anwenden können
Oft ist es so, dass man eine Predigt hört, aber dann am Ende nicht so recht weiss, was man denn nun eigentlich davon anwenden soll. Da helfen Notizen auch. Meistens endet eine Predigt mit einem Aufruf, ein Schlussappell, etwas zu tun, zu ändern oder zu erlernen. Das möchte ich gerne in der nächsten Woche ausprobieren. Wenn ich mir das aber nicht irgendwo aufschreibe, geht es schnell im Alltag unter. Die meisten Predigten haben mehrere Anwendungen. Ich möchte in der nächsten Woche über jede einzelne von ihnen noch einmal nachdenken, um zu prüfen, ob ich diese Dinge auch wirklich auslebe. 

4. Ich möchte darüber reden können
Vielleicht kennst du die Situation auch. Nach der Predigt wirst von einem Glaubensbruder gefragt, wie den die Predigt war. Du antwortest: "Gut"! Dann fragt er aber weiter, was du denn Neues gelernt hast. Und dann kommst du ins grübeln: "hmm, nun... ähem...". Das muss nicht sein, wenn du dir ein paar Notizen gemacht hast. Ein kurzer Blick und du erinnerst dich. Es ist wichtig, dass wir als Geschwister im Herrn nach einer Predigt nicht sogleich wieder in die üblichen banalen Alltagsgespräche versinken, sondern uns lieber etwas über die großartigen Wahrheiten austauschen, die wir soeben gerade gehört haben. 

5. Ich möchte auch später wieder einmal zu dem Thema zurückkehren
In fünf Jahren stellt dir vielleicht einmal jemand eine Frage über ein bestimmtes Thema, oder eine schwierige Bibelstelle. Du erinnerst dich, dass dein Pastor einmal darüber gepredigt hat, aber du erinnerst dich nicht mehr an den Inhalt. Wenn man sich aber Notizen gemacht hat, kann man darauf zurückgreifen. Deshalb ist es auch ratsam, die Notizen zu ordnen und zu bezeichnen. Man sollte sie möglichst nach Themen und Bibelstellen ordnen. So entsteht dann nach und nach mein eigenes kleines Nachschlagewerk. 

6. Ich möchte Gottes Wort durch ungeteilte Aufmerksamkeit ehren
Der letzte, aber sicherlich wichtigste Punkt. Gottes Wort gepredigt zu hören ist ein Vorrecht. Wir sollten nicht leichtfertig mit diesem Privileg umgehen. Deshalb möchte ich alle Aufmerksamkeit auf die Predigt richten und nicht von anderen Gedanken abgelenkt werden. Wenn ich mir Notizen mache, hilft mir das, mich mehr auf die Predigt zu konzentrieren als wenn ich nur dasitze und zuhöre. Wie habe ich dein Gesetz so lieb! Ich sinne darüber nach den ganzen Tag. (Psalm 119,97)



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