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Die harten Worte Jesu

Wir leben in einem Zeitalter und in einer Kultur des Wohlfühlens. Gute Gefühle stehen in unserer Prioritätenliste ganz oben und wir vertragen es deshalb nicht mehr, harte und klare Worte zu hören. Leider lassen sich auch viele evangelikale Christen von diesem Trend anstecken und verwässern als Folge davon das Evangelium. Sind wir uns eigentlich bewusst was wir da machen? Sind wir uns als Christen bewusst, dass wir damit eigentlich zu Verrätern werden? Wir verraten unseren Herrn, indem wir den hohen Standard, den er einst selber an seine Jünger angesetzt hat, heruntersetzen oder minimalisieren. "Sprich dieses Gebet nach", oder "hebe deine Hand und du bist gerettet". Wenn du eine intellektuelle Zustimmung machst, und glaubst, dass Jesus für deine Sünden gestorben ist, dann hast du ewiges Leben. So einfach ist das! Wirklich? Machen wir uns die Sache nicht etwas zu einfach? Jesus hat diesen Sachverhalt etwas anders ausgedrückt. Er machte sehr deutlich, dass es nicht so einfach ist Christ zu werden.  

Er sprach aber zu allen: Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es retten. (Lukas 9,23-24)

Als typische Westeuropäer des 21. Jahrhunderts fällt es uns etwas schwer nachzuvollziehen, was die Aussage, "Kreuz auf sich nehmen“, in der damaligen Kultur bedeutete. Heute tragen wir Kreuze als Schmuck, hängen sie uns an die Wand oder kleben sie ans Auto. Das ist eigentlich sehr makaber wenn man über seine damalige Bedeutung richtig nachdenkt. Das Kreuz war ein Symbol der unermesslichen Erniedrigung und Schande. Nur die schlimmsten Verbrecher wurden gekreuzigt. Es bedeutete schlicht und einfach den Tod! Es war ein Todesurteil und kein Schmuck! Wenn man den Querbalken aufhob und loslief, dann lief man in den sicheren Tod. 

Ist dir bewusst, dass du, als du dich entschieden hast Christ zu werden, eine Einladung zum sicheren Tod angenommen hast? Als Christus dich rief hat er dich zu nichts Geringerem berufen als für ihn zu sterben. Für einige von uns bedeutet das vielleicht tatsächlich eines Tages den Märtyrertod zu sterben. In vielen Ländern dieser Erde ist das so. Es bedeutet aber auch ein tägliches Sterben unserer inneren Wünsche und Träume. Jesus sagt auch, dass wir täglich das Kreuz auf uns nehmen sollen. Wir sterben täglich, indem wir unsere Wünsche, Träume, Begierden, selbstsüchtigen Ambitionen und Ideen in den Tod geben, und unserem Herrn in Gehorsam und Unterordnung nachfolgen. Das hört sich ein bisschen anders an, als das Evangelium das heute in vielen Kirchen präsentiert wird. 

Lass mich dir, lieber Leser, einmal eine ehrliche Frage stellen: Wie hast du dir dein Leben vorgestellt? Was hast du für Wunschvorstellungen? Ist es dein größter Wunschtraum, dass du einmal um die Welt reisen kannst, dass du einmal viel Geld besitzt, einen ruhigen Lebensabend verbringen, oder eine sichere Rente hast? Oder ist dein Traum eher ein Haus auf dem Land und ein langes, friedliches, bequemes und einfaches Leben? Nun, es kann sein, dass Gott dir den einen oder anderen Wunsch sogar erfüllt, aber diese Dinge dürfen niemals alles bestimmende Lebensziele sein. Lass mich dir an dieser Stelle einen guten Rat geben, wenn du Jesus tatsächlich nachfolgen willst: Sei bereit diese Dinge sofort aufzugeben! Sei bereit alles aufzugeben, wenn Christus es von dir verlangt. Es lohnt sich nicht, an unseren Träumen festzuhalten und dabei das ewige Leben zu verpassen. Sei dir einer Sache sicher: Als wahrer Nachfolger Christi wirst du eines garantiert nie und nimmer haben, nämlich ein einfaches, ruhiges und "stressfreies" Leben. Das passt einfach nicht mit den ganzen Warnungen Jesu zusammen die er uns in der Schrift gegeben hat. Du musst die Kosten überschlagen (Lukas 14,28-32). Deine Familie wird dich möglicherweise hassen (Matthäus 10,36). Du musst bereit sein allem zu entsagen was du besitzt (Lukas 14,33). Du darfst nicht zurückschauen und deinem alten Leben nachtrauern (Lukas 9,62). Du wirst möglicherweise Verfolgung erleiden (Johannes 15,18-20). Die Frage ist, bist du bereit dafür? 


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