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Das zweite Merkmal einer gesunden Gemeinde: Ausharren!

Paulus schreibt in 1. Thessalonicher 1 und Vers 3 nicht nur über die Werke des Glaubens und die Bemühung der Liebe, dessen er in seinen Gebeten gedenkt und dankbar ist, sondern auch: "...euer standhaftes Ausharren in der Hoffnung auf unseren Herrn Jesus Christus vor unserem Gott und Vater."  Das Wort "Ausharren" (ὑπομονῆς), ist mehr als nur ein "passives Ertragen" von Schwierigkeiten.  Es beschreibt eine "heldenhafte Beharrlichkeit" bis hin zu einer gewissen "Verbissenheit".  Es wird zusammengesetzt aus den griechischen Wörtern "ὑπό", was so viel wie "unter, drunter" bedeutet und "μένω", was so viel wie "bleiben" bedeutet.  Es ist wörtlich jemand der "drunter bleibt", oder "darin verharrt", nämlich in der Hoffnung.  Es ist also etwas aktives, und nicht ein passives "aushalten". 

Trotz der Verfolgung und der Bedrängnis blieben die Thessalonicher bei der Hoffnung die sie in Christus hatten.  Sie liessen sich nicht davon abbringen.  Wie sieht es bei uns aus in unseren Gemeinden? Wenn man uns eines Tages für unseren  Glauben ins Gefängnis wirft?  Zur Zeit der Kirchenväter und der Märtyrer wird die Geschichte erzählt von einer Frau Namens „Perpetua“. Sie war die Tochter eines hohen römischen Beamten, der dem Christentum vehement entgegenstand. Als er hörte dass seine Tochter nun den christlichen Glauben angenommen hatte war er außer sich. Bei ihrem Bekenntnis geriet er außer sich und wollte sie fast töten, hielt sich aber zurück. Als sie schließlich ins Gefängnis geworfen wurde, kam er zu ihr.  Er flehte sie an ihren Glauben zu verleugnen, er warf sich ihr zu Füssen, was ein römischer Oberster normalerweise nie tat.

Wenn Mädchen in der damaligen Kultur geboren wurden, wurden sie dem Hausherrn zu Füssen gelegt, so dass er entschied, ob es leben, oder einfach durch aussetzen in der Wildniss sterben soll.
Nun lag er da vor ihr.  Aber sie „blieb fest in ihrer Hoffnung und liebte den Herrn Jesus mehr als ihren Vater“... sie verleugnete ihren Glauben nicht. Als es zur Verurteilung kam machte ihr Vater einen Aufstand im Gericht, so dass er schließlich vom Tribunal mit Stöcken geschlagen wurde.  Aber Perpetua hielt am Glauben fest obwohl sie selber schreibt: „Das Elend meines Vaters tat mir sehr weh...“ Die Worte von Jesus nehmen eine andere Dimension an in Lukas 14,26: „...Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater und seine Mutter und seine Frau und seine Kinder und seine Brüder und Schwestern, dazu aber auch sein eigenes Leben, [so] kann er nicht mein Jünger sein...“

Perpetua hatte aber auch ein Kind.  Man drohte ihr dann auch damit und sagte zu ihr: „Habe doch erbarmen über dein Kind!“ „Verschone die Kindlichkeit deines Jungen und opfere Opfer zur Ehre des Kaisers“.  Sie blieb drunter unter der Hoffnung auf ihren Herrn der versprochen hat sie zu erlösen! Perpetua starb schließlich in der Arena als Martyrerin.  Sie wurde von einer aggressiven Kuh (man liess sie mit einem weiblichen Tier kämpfen)... niedergeschlagen, überlebte aber den Angriff.  Schließlich wurde sie von einen Gladiatoren, durch das Schwert getötet.  Man sagt dass sie, mit großer Würde die zitternde Hand des jungen Gladiatoren zu ihrem Hals führte.  Perpetua ist ein Beispiel für uns alle.  Jemand der in der Hoffnung ausharrte, bis ans Ende!

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