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Christsein und Genuss

Als Christ hast du sicher schon oft die Frage, „darf ein Christ … geniessen“? gehört. Es gibt viele Grauzonen im Leben auf dieser vergänglichen und gefallenen Welt, viele Dinge die die Bibel weder verbietet noch gebietet. So ist es auch mit dem Genuss. Ist es „okay“ mal ein Glas Wein zu einem guten Essen zu geniessen? Ist es grundsätzlich falsch sich mal zu entspannen oder in den Urlaub zu fahren? Der Christ sollte doch ein Leben der Nachfolge und Selbstdisziplin führen, oder nicht? Das ist richtig! Vor allem wenn es um Sünde geht oder wenn wir abhängig werden von bestimmten Dingen, ist deren „Genuss“ sicherlich klar verboten. Auf der anderen Seite dürfen wir nicht vergessen, dass Gott die Erde als Lebensraum für den Menschen geschaffen hat und deshalb auch dafür, dass man die Dinge, die uns die Schöpfung bietet geniessen. Warum hat Gott wohl das Gold in die Erde gelegt? Damit es da unten bleibt, oder damit wir Menschen es ausgraben, bearbeiten und wunderbaren Schmuck oder andere schöne Dinge damit herstellen? Die Antwort liegt klar auf der Hand. Das Problem sind wieder einmal wir selbst. Wir leben als gefallene, sündige Menschen in einer gefallenen Welt. Deshalb können uns selbst die schönen Dinge des Lebens zur Falle werden. Nun gibt es aber in der Bibel Prinzipien, die uns helfen, generell mit Genuss und den schönen Dingen des Lebens richtig umzugehen. Das möchte ich dir lieber Leser heute ans Herz legen. Gott reicht uns, hier in der westlichen Welt, vieles zum Genuss dar, Essen, Trinken, Reichtum und andere Annehmlichkeiten. Aber wie gehen wir nun richtig damit um? Nun, hier sind sechs biblische Prinzipien im Umgang mit Genuss. 

1. Genieße…
Und Gott der Herr pflanzte einen Garten in Eden, im Osten, und setzte den Menschen dorthin, den er gemacht hatte. Und Gott der Herr ließ allerlei Bäume aus der Erde hervorsprießen, lieblich anzusehen und gut zur Nahrung… (1. Mose 2,8-9a). Wenn Gott einem Menschen Reichtum, Schätze und Ehre gibt, sodass ihm gar nichts fehlt, wonach seine Seele begehrt… (Prediger 6,2). Gott der Schöpfer reicht uns all diese Dinge zum Genuss dar. Insofern ist es also auch wichtig, DASS wir geniessen und den Schöpfer dafür preisen. Wir verachten Gottes wunderbare Schöpfung, wenn wir durchs Leben gehen, ohne einmal einen wunderschönen Sonnenuntergang zu betrachten, ein köstliches Essen zu geniessen oder andere Dinge zu tun, wenn Gott es uns erlaubt und uns die Möglichkeit oder die Mittel dazu gegeben hat. 

2. Genieße maßvoll
Alles ist mir erlaubt — aber nicht alles ist nützlich! Alles ist mir erlaubt — aber ich will mich von nichts beherrschen lassen! (1. Korinther 6,12). Das Maß macht den großen Unterschied. Wir wollen geniessen ohne genusssüchtig zu werden. Jede Freude des Lebens kann zur Sünde werden, wenn wir masslos damit umgehen. Geld, Alkohol, Essen, Musik, Kunst, ja sogar Sexualität wenn sie innerhalb der Ehe geschieht, sind nicht an und für sich schlecht, aber können zu Götzen werden in unserem Leben. Sie sind dann nicht mehr „nützlich“ und „nehmen uns gefangen“. 

3. Genieße mit Dankbarkeit
Denn alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, wenn es mit Danksagung empfangen wird (1.Timotheus 4,4). Letztlich hängt vieles von der Einstellung unserer Herzen ab. Geniesst du mit Dankbarkeit und Ehrerbietung? Dankst du Gott für die Dinge die er dir gegeben hat? All die schönen Dinge die du besitzt und genießt, sind Gaben Gottes. Siehst du sie als Solche? Gott ist derjenige der uns auch „gestattet“ die Dinge zu genießen (Prediger 6,3). Der Herr macht arm und reich (Sprüche 22,2). Bist du dir das bewusst? Dann genießt du richtig. Nur ein dankbarer Genießer ist ein gottesfürchtiger Genießer! 

4. Genieße im Bewusstsein der Vergänglichkeit 
Genieße das Leben mit der Frau, die du liebst, alle Tage deines nichtigen Lebens, das er dir unter der Sonne gegeben hat, alle deine nichtigen Tage hindurch; denn das ist dein Anteil in [diesem] Leben und in der Mühe, womit du dich abmühst unter der Sonne (Prediger 9,9). Lass uns nicht vergessen, dass dieses Leben „nichtig“ und „vergänglich“ ist. Es ist kurz. Genauso kurz sind die Genüsse dieses Lebens. Gott hat sie geschaffen, sie sind dafür da genossen zu werden, aber nur für diese Zeit und dieses kurze Leben. Sei dir das jeden Tag bewusst, auch im Urlaub, oder wenn du Spaß hast mit Freunden. Geniesse es, aber denke daran, dass du nicht dafür lebst. Als Christ lebst du für eine kommende Welt, mit zukünftigen unaussprechlichen Freuden, die die Freuden dieser Welt in allem und bei Weitem übertreffen werden. 

5. Genieße im Bewusstsein des kommenden Gerichts
Freue dich [nur] in deiner Jugend, junger Mann, und lass dein Herz fröhlich sein in den Tagen deines Jugendalters; wandle in den Wegen deines Herzens und nach dem, was deine Augen sehen – doch sollst du [dabei] wissen, dass dir Gott über dies alles ein Urteil sprechen wird (Prediger 12,9). Denke immer daran, dass alles was du tust eines Tages von deinem Herrn beurteilt wird. Wir werden als Christen zwar nicht mehr für unsere Sünden gerichtet, aber für unsere Treue und mit welcher Einstellung wir unseren Dienst verrichtet haben (1. Korinther 4,2; 5). Deshalb wollen wir auch nicht für das Vergnügen leben, obwohl wir gute Dinge im Leben genießen dürfen. Wir wissen, dass unser Herr alles beurteilen wird. Deshalb wollen wir mit allen Dingen, auch mit dem Genuss, vorsichtig umgehen und darauf achten gute Verwalter unserer Zeit und unserer Ressourcen sein. 

6. Genieße den Herrn
Freut euch im Herrn allezeit; abermals sage ich: Freut euch! (Philipper 4,4) Manchmal vergessen wir als Christen, dass wir durch den Glauben an unseren Herrn bereits jetzt schon ewiges Leben haben. Wir vergessen, dass wir jetzt schon eine lebendige Beziehung zum allmächtigen Schöpfer, zur Quelle aller Freude und aller guten Dinge haben dürfen. Was für ein Privileg, was für ein Vorrecht! Lasst uns unsere Freude auch vor allem daran finden. Ich darf den Herrn, den Schöpfer des Universums kennen, sein Wort lesen, zu Ihm sprechen, Er kümmert sich um mich, Er liebt mich. Das allein ist Grund zur Freude! 


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