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Christsein und Valentinstag

Valentinstag ist der Tag der Verliebten oder der Tag der Romantik. Überall werden Blumen verschenkt, Karten geschrieben und Liebeserklärungen gemacht. Aber was machen wir Christen mit so einem Tag? Nun, wir können ihn einfach ignorieren, oder aber auch nutzen um über wahre Liebe nachzudenken. 

Hintergrund:
Der Valentinstag geht eigentlich auf ein heidnisch-römisches Fest namens „Lupercalia“ zurück. Dieser Name ist abgeleitet vom lateinischen „Lupus“, was „Wolf“ bedeutet. Es war ein unmoralisches Fruchtbarkeitsfest, gefeiert von den Römern zur Ehre der Gottheit „Lupa“, die Wölfin welche die Waisenkinder Romulus und Remus großgezogen haben, die Gründer von Rom. Die katholische Kirche machte aus diesem heidnischen Fest  im 5. Jahrhundert unter Papst Gelasius I. schliesslich einen kirchlichen Feiertag. Es wurde zur Feier eines Heiligen „Sankt Valentin“. Eine Legende besagt, dass Valentin ein Priester im 3. Jahrhundert in Rom war. Der Kaiser verbot in der Zeit den jungen Männern zu heiraten, weil sie dadurch angeblich bessere Soldaten gewesen wären. Valentin zelebrierte geheime Eheschliessungen und bezahlte mit dem Leben! Im Laufe des Mittelalters wurde dieser Feiertag zunehmend zu einem Fest der Romantik und der Verliebten, beispielsweise durch die Einflüsse von Shakespeare. 

Wie können wir als Christen nun darauf reagieren?
Nun hier gibt es sicherlich die unterschiedlichsten Auffassungen. Einige lehnen den Tag völlig ab aufgrund seiner heidnischen Herkunft. Andere gehen wahrscheinlich etwas zu weit und werden wütend, wenn ihnen ihr Geliebter oder ihre Geliebte an dem Tag kein Geschenk macht, oder sie auf ein Date mitnimmt. Als ob das der einzige Tag im Jahr wäre,  an dem wir einander unsere Liebe bekunden sollten. Ich denke, dass Paulus uns ein gutes Prinzip gegeben hat, ob und wie wir einen solchen Tag feiern können. Paulus sprach damals zu jüdischen Christen unter den Heiden, die sich an gewisse Feiertage hielten und andere wohl verurteilten weil sie dies nicht taten. Er gibt ihnen die Freiheit und schreibt: Dieser hält einen Tag höher als den anderen, jener hält alle Tage gleich; jeder sei seiner Meinung gewiss! (Römer 14,5) So ist es auch mit uns Christen. Einige mögen diesen Tag feiern, ihrem Schatz eine Karte schreiben, Blumen schenken und auch auf ein gemeinsames Abendessen gehen, andere nicht. Ganz nach dem Motto: Wer auf den Tag achtet, der achtet darauf für den Herrn, und wer nicht auf den Tag achtet, der achtet nicht darauf für den Herrn. Wer isst, der isst für den Herrn, denn er dankt Gott; und wer nicht isst, der enthält sich der Speise für den Herrn und dankt Gott auch. (Römer 14,6). Wenn du aber mit deinem Schatz auf einem Date bist, dann wäre es hilfreich darüber nachzudenken über welche Inhalte ihr euch unterhalten wollt. Schliesslich solltet ihr auch ein „Valentines-Date“ zur Ehre Gottes leben (1. Korinther 10,31). Eine Möglichkeit wäre es, einmal über die Bedeutung der Romantik aus einer biblischen Perspektive nachzudenken. Gott ist nämlich nicht gegen Romantik, wenn sie im richtigen Rahmen gelebt wird. Hier sind deshalb vier biblische Aspekte der Romantik, über die ihr euch auf eurem „Valentines-Date“ unterhalten könnt. 

1) Romantik ist biblisch
Auch wenn wir das Wort in der Bibel so nicht finden, finden wir doch kraftvolle Beispiele in der Schrift. Wir finden die erlösende Liebe von Boas für Ruth (Rut 2,8-16 / 3,8-13) oder die leidenschaftliche Liebe Jakobs für Rahel (1.Mose 29,20). Das Hohelied der Liebe, welches die leidenschaftliche und erotische Liebe zwischen Mann und Frau regelrecht zelebriert und feiert ist ein weiteres Zeugnis dafür, dass Gott die Romantik geschaffen hat, und dass sie von Ihm gewollt und gut ist (1. Mose 1,31). 

2) Romantik ist exklusiv
Die Romantik hat ihren legitimen Platz nur innerhalb einer biblischen Ehe zwischen einem Mann und einer Frau. Die beiden werden "ein Fleisch" (Epheser 5,31) heisst es. 
Romantik ist exklusiv reserviert für deinen Ehepartner. Es ist etwas Besonderes, was nur ihr beiden zusammen geniesst. Es ist eine intensive Vertrautheit und eine tiefe Zuneigung zueinander, die über die Jahre weiter reifen soll wie ein guter Wein. Das ist Gott-gewollte Romantik. Mein Geliebter ist mein, und ich bin sein (Hohelied 2,16a).

3) Romantik verstärkt die Intimität
Hier geht es um die Vertiefung und Intensivierung der Erfahrung des "Ein-Fleisch-Seins" mit dem Ehepartner (Epheser 5,31). Es ist mehr als nur eine körperliche Vereinigung. Es ist auch eine emotionale Bindung, eine geistige Einheit da zwischen zwei Ehepartnern. 
Romantik verstärkt diese Einheit, mit Gesten, Zeichen, Berührungen und Liebkosungen. ...da fand ich ihn, den meine Seele liebt. Ich hielt ihn fest und ließ ihn nicht mehr los (Hohelied 3,4).

4) Romantik ist eine Kunst
Niemand wird als Romantik-Experte geboren. (Anmerkung des Autoren: Ich besonders nicht ...;)...) Wir alle müssen lernen was dem Partner gefällt. Es braucht eine gehörige Portion Demut, Selbstverleugnung und ein Dienerherz romantisch zu sein. Warum ist das so? Nun, es kann sehr gut sein, dass deine Vorstellung von Romantik nicht dieselbe ist wie die deines Partners. Deshalb sollte man darüber reden, was der andere als romantisch empfindet, oder was eben nicht. Tut nichts aus Selbstsucht oder nichtigem Ehrgeiz, sondern in Demut achte einer den anderen höher als sich selbst (Philipper 2,3).


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